KFZ-Wissen › Wankachse

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Wenn sich ein Auto in der Kurvenfahrt auf die Seite neigt, nennt dies der Fachmann „Wanken“. Bei Schiffen und Flugzeugen spricht man bei derselben Bewegung von „Rollen“. Ein wankendes Fahrzeug rollt um die Längsachse, daher die Bezeichnung „Wankachse“. Streng betrachtet ändert die Wankachse während der Fahrt aufgrund der flexiblen Verbindung von Karosserie und Rädern ständig etwas ihre Lage, sie ist nicht ganz identisch mit der Längsachse.
Besonders Fahrzeuge mit hohen Aufbauten können auf kurvigen Straßen auffallend nach links und rechts schwanken. Das Wanken wird von seitlich angreifenden Kräften verursacht, beispielsweise wenn jemand einsteigt, bei Seitenwind und in Form von Fliehkräften in der Kurve. In der Regel neigt sich das Fahrzeug in einer Kurve nach außen, und zwar umso mehr, je höher der Schwerpunkt, je enger die Kurve und je schneller die Fahrt. Die Fahrzeugneigung wird Wankwinkel genannt. Im Extremfall wird aus der Wankbewegung ein Umkippen. Kleintransporter und andere Fahrzeuge mit hohem Schwerpunkt wanken und kippen leichter. Fahrzeugentwickler erproben die Kippgefahr in einer genormten Kurvenfahrt, die unter dem Namen „Elchtest“ zu einiger Berühmtheit gekommen ist, nachdem 1997 ein Mercedes der A-Klasse bei diesem Test in Schweden umgekippt war. Elektronische Systeme wie das ESP wirken übermäßigem Wanken entgegen und verbessern die Seitenstabilität.